MilionArt KALEIDOSCOPE 1.16

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AUSZUG VOM TEXT

im MilionArt Kaleidoscope Current Edition 1.16

MAIKE GUENTHER

Ich bringe die Farben zum Strahlen

Autor: Günter Weiler, Waldbronn

„Alles begann mit abstrakter Malerei und eines Tages an einem Freitag in meinem Atelier konnte ich nur Figuren malen“, so beschreibt MAIKE GUENTHER ihren Zugang zu ihrer expressiven Malerei. Seither lässt sie uns an ihrer bunten, inneren Kommunikationswelt teilhaben und erlaubt uns einen Blick auf ihre seelische, innere Wesenheit. Nach einer Phase der vorbehaltlosen Abstraktion rückte sie die dezidierte Figuration in den künstlerischen Vordergrund. Bei der Entwicklung zu ihrer heutigen Bildsprache spielen Formen, Farben und Figuren die zentrale Rolle.
Der Künstlerin gelingt es in ihren Bildern, in gekonnter Art und Weise Realismus und Abstraktion miteinander zu verbinden. Es geht ihr darum, zunächst eine abstrahierte Bildkomposition zu zeigen und mit einer Art verbleibendem Realismus, Lebenssituationen oder Seelenzustände auszudrücken. Es dominieren bei ihr, neben den überwiegend monochromen Hintergrundflächen, immer Körper, Gesichter und die Physiognomien der Figuren. Mit augenfälligen Umrandungen, die das Malerische und ihre klare Darstellung unterstreichen, bildet sie prägnante (Körper-)Konturen, die der Betrachter bei dieser besonderen Art der spielerisch leichten Abstraktion finden möchte, um einen gewissen Halt zu erreichen.
Die meist großformatigen Leinwände von MAIKE GUENTHER weisen ein eindeutiges Alleinstellungsmerkmal auf: Sie sind dermaßen ausdrucksstark, dass sich niemand ihrer dominanten
Präsenz entziehen kann und sind technisch hervorragend ausgeführt.
Die Bilder MAIKE GUENTHERs einfach nur als „bunt“ zu bezeichnen, würde ihrer Kunst in keinem Falle gerecht werden. „Lustig“ oder „fröhlich“ trifft den Kern ebenfalls nicht! Wer sich mit den Bildern beschäftigt, findet ein Faszinosum an Figurativem, Dokumentarischem, Querdenkerischem aber auch offene, menschliche Gefühlswelten von ungeahntem Reiz. Wir fühlen uns dabei einerseits in eine besondere Art der Poesie entführt, die ausdrucksvoll und dennoch verschlüsselt mögliche Deutungshinweise gibt, andererseits versucht die Künstlerin durch ihre erstaunlichen Titelfindungen mit unserer Phantasie zu spielen und nimmt uns so erste, ins „märchenhafte“ gehende Assoziationen weg. Sie führt somit bewusst aber ohne Diktion Regie mit Blick auf ihre eigenen, subjektiven Betrachtungsweisen. Die Leichtigkeit ihrer Figuren und deren Anordnung belassen uns jedoch ein wenig die Interpretation dessen, was wir sehen (wollen).

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